Seit 2008 erforscht der Lehrstuhl für Baugeschichte der RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jan Pieper die norditalienische Renaissancestadt Sabbioneta.

Die Stadt entstand innerhalb weniger Jahre, fiel aber nach dem Tod des Stadtgründers Vespasiano Gonzaga (1531 – 1591) in einen Jahrhunderte währenden Dornröschenschlaf. Die Stadt blieb so als Modell einer Residenzstadt des 16. Jahrhundert erhalten, weshalb sie von der UNESCO als Teil des kulturellen Welterbes geführt wird.

Ziel der Forschungen ist, den Idealplan des Fürsten in seiner Geometrie und städtischen Struktur zu analysieren sowie alle herzöglichen Einzelbauten zu untersuchen. Die exakte Bauvermessung liefert hierbei die Grundlage, das Maßsystem der Idealstadt zu entschlüsseln.

Als letzter Baustein dieses übergeordneten Maßsystems wurde im vergangenen Jahr mit Hilfe eines twenty Meter hohen Hubwagens eine Minervastatue auf der Spitze einer Säule vermessen und dokumentiert, die an zentraler Stelle der Stadt steht.

Die Untersuchung ergab, dass die gesamte Säule exakt dem Grundmaß des Planungsrasters von Sabbioneta entspricht und somit als weithin sichtbarer Maßstab der Stadt zu begreifen ist.